18 bis 30 Zentimeter groß, absichtlich weich, und er wird nicht prall aufgepumpt wie ein Fußball, sondern nur so weit, wie die Übung es verlangt. Wer den kleinen Ball zum ersten Mal in der Hand hat, pumpt ihn instinktiv falsch auf — und verschenkt genau die Eigenschaft, die ihn vom großen Gymnastikball unterscheidet.

Derselbe Pilatesball halb gefüllt und prall aufgepumpt, jeweils unter demselben Druck Zwei Darstellungen nebeneinander. In beiden wird ein Pilatesball zwischen zwei Flächen zusammengedrückt, etwa zwischen den Knien oder zwischen den Händen; eine gestrichelte Kreislinie zeigt jeweils die ungedrückte Ausgangsform. Links ist der Ball halb gefüllt: Er gibt unter demselben Druck deutlich nach und wird flach, die beiden Flächen kommen weit zusammen. Rechts ist derselbe Ball prall aufgepumpt: Er behält seine runde Form fast vollständig, die Flächen bleiben weit auseinander. Darunter steht, dass die gestrichelte Linie die Form ohne Druck zeigt und der Druck in beiden Darstellungen derselbe ist.
Der Federweg ist beim Pilatesball nicht ein Nebeneffekt, sondern die Funktion. Prall aufgepumpt bleibt ein kleiner harter Ball übrig — und die Übung hat nichts mehr zu dosieren.

Was es ist

Der Pilatesball ist ein kleiner, weicher Ball aus elastischem Kunststoff, meist geschäumtes PVC. Verbreitete Durchmesser liegen zwischen 18 und 30 cm, am häufigsten 22 bis 26 cm. Befüllt wird er über ein Röhrchen oder einen Stöpselverschluss, je nach Modell — TOGU beschreibt für den Redondo® Ball eine individuell regulierbare Luftfüllung über einen Stöpselverschluss, andere Hersteller liefern ein Röhrchen zum Aufblasen mit.

Der entscheidende Unterschied zum großen Ball: der Füllgrad ist variabel und gewollt niedrig. Ein großer Gymnastikball soll eine definierte Sitzhöhe erreichen und wird bis zum Nenndurchmesser aufgepumpt. Der kleine Ball hat kein solches Ziel — er wird so weit gefüllt, wie die jeweilige Übung es braucht, und bleibt dabei ausdrücklich nicht prall. Genau das macht ihn zum dosierbaren Gerät: halb gefüllt federt er nach, gibt unter Druck nach und lässt sich zwischen Körperteilen zusammendrücken. Voll aufgepumpt verhält er sich wie ein kleiner, harter Gymnastikball und verliert diese Eigenschaft.

Die Namen — Overball, Softball, Pilatesball, Redondoball

Vier Bezeichnungen für denselben Balltyp, mit einer Ausnahme: „Redondo” ist ein Markenname. Der Redondo® Ball wird von der TOGU GmbH hergestellt, aus demselben Ruton®-Material wie der große Gymnastikball des Herstellers, latexfrei und laut Herstellerangabe zu 100 % recycelbarem Kunststoff. „Pilatesball”, „Softball” und „Overball” sind dagegen generische Bezeichnungen für die Produktart — sie meinen keine bestimmte Marke, sondern die Bauform: klein, weich, geringer Füllgrad.

Dass ein Ball „Pilatesball” heißt, sagt außerdem nichts darüber, ob eine damit gezeigte Übung tatsächlich aus dem Pilates-Repertoire stammt. Der Name beschreibt ein Gerät, keine Trainingsmethode.

Wofür

Als taktiler Kontakt oder leichter Widerstand zwischen den Knien. Der Ball lässt sich zusammendrücken, ohne wegzurollen — anders als ein großer Ball, der bei seitlichem Druck sofort ausweicht.

Zwischen Hand und Wand. Für kleine, kontrollierte Stützbewegungen, bei denen ein großer Ball zu viel Fläche und zu wenig Widerstand böte.

Unter Kreuzbein oder Rücken, zur Positionsveränderung im Liegen. Halb gefüllt federt der Ball nach und lässt sich in der Höhe an die jeweilige Position anpassen — voll aufgepumpt würde er das nicht mehr tun.

Als Unterstützung in Seiten- oder Rückenlage. Zwischen Taille und Boden oder unter dem Knie platziert, gibt der Ball nach, statt eine feste Auflage zu bilden.

Zur Dosierung, nicht zur Instabilität im großen Maßstab. Das ist der Punkt, der den Ball vom großen Gymnastikball trennt: Er schafft keine große, rollende Unterlage für Rumpfübungen, sondern einen kleinen, einstellbaren Widerstand. Konkrete Übungen und ihre Ausführung gehören in den Bereich Übungen — dieser Artikel ordnet nur ein, wofür das Gerät gebaut ist.

Wofür nicht

Nicht prall aufgepumpt wie ein Fußball. Das ist der häufigste Fehler im Markt und zugleich der Grund, warum viele Käufer mit dem Ball nichts anfangen können: Voll gefüllt verliert er genau die Dosierbarkeit, für die er gebaut ist, und wird zu einem kleinen, harten, schwer zu kontrollierenden Ball. Die Anleitung des Herstellers TOGU nennt für den Redondo® Ball ausdrücklich eine maximale Füllgrenze und eine individuell regulierbare Luftmenge — beides spricht gegen pralles Aufpumpen als Standard.

Nicht als Ersatz für den großen Gymnastikball. Wer eine instabile Unterlage für Rumpfübungen sucht, bei der der ganze Körper nachkorrigieren muss, braucht den großen Gymnastikball — der kleine Ball leistet das nicht, seine Fläche und sein Gewicht sind dafür zu gering.

Nicht zum Sitzen. Der kleine Ball ist nicht dafür gebaut, Körpergewicht zu tragen; er hat weder die Größe noch die Stabilität einer Sitzfläche.

Nicht als alleinige Anleitung für eine bestimmte Trainingsmethode. Der Produktname verspricht keine Methode. Welche Übung mit dem Ball sinnvoll ist, hängt vom Ziel ab, nicht vom Etikett auf der Verpackung.

Verwechslungen

Mit dem großen Gymnastikball in klein. Der naheliegendste Fehler: Wer den Ball wie einen Mini-Gymnastikball prall aufpumpt, bekommt einen kleinen, harten Ball ohne die Dosierbarkeit, die den Pilatesball ausmacht. Beide Geräte teilen die runde Form und sonst wenig — der große Ball ist auf Sitzhöhe und Instabilität im großen Maßstab ausgelegt, der kleine auf punktuelle, einstellbare Federung. Details zum großen Ball stehen im Gymnastikball-Artikel.

Overball, Softball, Pilatesball als vermeintlich unterschiedliche Produkte. Alle drei Begriffe bezeichnen dieselbe Bauform in vergleichbarer Größe — es handelt sich nicht um drei verschiedene Geräte, sondern um drei Namen für dieselbe Sache, ähnlich wie beim großen Ball die Namen Sitzball, Pezziball und Gymnastikball.

„Redondo” als Gattungsbegriff verwendet. Wer „Redondoball” sagt und irgendeinen kleinen weichen Ball meint, überträgt einen Markennamen auf die ganze Produktkategorie — so wie „Pezziball” beim großen Ball. Das Original stammt von einem Hersteller, TOGU.

Mit dem Faszienball. Beide Geräte sind klein, keiner der beiden ist jedoch mit dem anderen austauschbar: Der Pilatesball ist luftgefüllt und nachgiebig, der Faszienball ist aus hartem Schaum oder Kork und gibt kaum nach. Wer punktuellen Druck sucht, ist mit dem Faszienball besser bedient; wer Dosierung und Federung sucht, mit dem Pilatesball.

FAQ

Wie prall muss ich einen Pilatesball aufpumpen?

Nicht prall. Der Ball wird nur so weit gefüllt, wie die jeweilige Übung es verlangt, und bleibt dabei nachgiebig. Voll aufgepumpt verhält er sich wie ein kleiner harter Ball und verliert die Eigenschaft, wegen der er gebaut ist.

Sind Pilatesball, Softball, Overball und Redondoball dasselbe?

Pilatesball, Softball und Overball sind generische Bezeichnungen für dieselbe Bauform: klein, weich, geringer Füllgrad. „Redondo” ist dagegen ein Markenname der TOGU GmbH — ein Redondoball ist also ein Pilatesball eines bestimmten Herstellers, kein anderes Gerät.

Kann ich den Pilatesball anstelle des großen Gymnastikballs benutzen?

Nein. Der kleine Ball ist nicht zum Sitzen gebaut und bietet nicht die große, rollende Unterlage, die Rumpfübungen auf dem großen Ball ausmacht. Beide Geräte ergänzen sich, ersetzen sich aber nicht.

Womit fülle ich den Ball auf?

Je nach Modell mit einem beiliegenden Röhrchen oder über einen Stöpselverschluss, der sich individuell regulieren lässt. Beides ist herstellerabhängig — die genaue Angabe steht in der jeweiligen Gebrauchsanleitung.

Ist jede Übung mit dem Pilatesball automatisch Pilates?

Nein. Der Name beschreibt das Gerät, nicht die Trainingsmethode. Welche Übung sinnvoll ist, hängt vom Ziel ab, nicht vom Produktnamen — konkrete Übungen stehen im Bereich Übungen.

Welche Größe ist die richtige?

Das hängt von der Übung und der Körpergröße ab, nicht von einer festen Regel. Für den großen Gymnastikball gibt es eine belegte Sitzhöhen-Logik im Ballgrößen- und Sitzhöhen-Rechner — für den kleinen Ball gilt sie nicht, weil er nicht zum Sitzen gedacht ist.

Quellen

  1. Redondo® Ball – Dein idealer Trainingspartner (Produktbeschreibung, Material, Befüllung) — TOGU GmbH, abgerufen am 24. August 2026
  2. Redondo® Ball Gebrauchs- und Pflegeanleitung — TOGU GmbH, abgerufen am 24. August 2026
  3. Faszienbälle und verwandte Kleingeräte, Härtegrad- und Materialübersicht — Kübler Sport GmbH, abgerufen am 24. August 2026